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Russische Fassung
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Soll Religionsunterricht an den Schulen
abgehalten werden?

Ist
Religionsunterricht notwendig, um den Kindern wichtige Werte zu
vermitteln oder führt dies zwangsläufig zu einer Indoktrinierung
der Kinder, da sie noch nicht in der Lage sind, sich selbst ein
Urteil in religiösen Fragen zu bilden? Die Gotterkenntnis
Mathilde Ludendorffs bezieht dazu eindeutig Stellung.
Streitbare Gedanken zu neuem Zwang
Der SED-Staat gebärdete sich weitgehend kirchenfeindlich. In den
Kirchen sammelten sich damals Gegner des Zwangsstaates, um von
dort aus die Befreiung zu erstreben.
Hoffnung: Die Kirchen hofften nach der Wende 1989, daß sich
die Menschen Ihnen wieder gläubig zuwenden würden. Doch noch
immer steht ein großer Teil der Menschen den christlichen
Konfessionen fern.
Maßnahmen: Heute wollen katholische und evangelische Kirche
erneut Religionsunterricht in den staatlichen Schulen abhalten.
Damit sollen Kinder und Heranwachsende wieder an die
Glaubenslehren gebunden werden.
Glaubensfreiheit: Glaubensfreiheit ist ein hohes Gut.
Glaubensfreiheit setzt voraus, daß freie Entscheidung möglich
ist. Frei entscheiden aber kann nur, wer alt genug ist, um sich
durch eigenes Denken und Erleben ein Urteil zu bilden. Kinder
können dies noch nicht. Religionsunterricht kann so nur zur
Indoktrination werden. Deshalb lehnen wir ein schulisches
Lehrfach "Religion" ab.
Gründe gegen einen
schulischen Religionsunterricht

-
Im Religionsunterricht wird Kindern ein Glaube
indoktriniert, denn sie können sich über die Inhalte noch
kein eigenes Urteil bilden. Das Überdenken eines Glaubens
wird durch irrationale Ängste erschwert. Diese entstehen,
wenn schon Kindern vermittelt wird, daß eine Abkehr vom
Glauben für alle Ewigkeit die Verdammnis nach sich ziehen
würde.
-
Religiöse Lehren geben nur dann einem Menschen Wesentliches,
wenn er sich ihnen in Freiheit und aus eigenem Bedürfnis
zuwendet. Ansonsten kann es zu einer Abkehr von religiösen
Fragen und damit auch zu einer Ablehnung von höheren Werten
überhaupt kommen.
-
Die Wiedereinführung des Religionsunterrichtes ist eine
Maßnahme gegen die mehrheitliche Überzeugung der
Bevölkerung. Der kirchlichen Wochenzeitung "Das
Sonntagsblatt" ist zu entnehmen, daß "76% der
Bevölkerung nicht an ein Jenseits glauben". Das heißt,
ein Grundbestandteil des christlichen Glaubens wird
abgelehnt.
-
Religionsunterricht ist Mission von Kindern mit staatlicher
Unterstützung! Statt dessen könnten die Kirchen für wirklich
Interessierte kursartige Angebote bereithalten.
-
Das Grundgesetz gewährt die Freiheit der religiösen
Überzeugung. Zudem ist der Staat in weltanschaulichen Fragen
zur Neutralität verpflichtet. Wie oben erläutert, sind noch
nicht urteilsfähige Kinder für eine Mission nicht die
richtige Zielgruppe.
-
Selbstverständlich bleibt es den Kirchen unbenommen, für
ihre Lehre zu wirken und zu werben. Wird den Kirchen aber
das Recht auf Erteilung von Religionsunterricht in den
Staatsschulen zugesprochen, so meinen wir, daß zusätzlich zu
den Bedenken, die gegen einen Religionsunterricht überhaupt
sprechen, diese Glaubensrichtungen in verfassungsmäßig
unzulässiger Weise bevorzugt werden. Die Gläubigen, die ihre
Lehre für verbreitenswert halten, müßten dies selbst
organisieren und finanzieren. Es geht nicht an, daß eine
Glaubensgemeinschaft mit Hilfe von Steuermitteln (staatliche
Finanzierung bzw. Mitfinanzierung des
Religionsunterrichtes), die laut „Sonntagsblatt" zu
76 % von Nicht-Christen stammen, eine Art "Glaubensexpansion"
bei Unmündigen betreibt.
Wie entstanden Religionen und was bedeuten
sie uns heute?
Religionen entstanden schon sehr früh und überall. Ein
wesentlicher Anstoß war die schmerzliche Erfahrung, daß geliebte
Mitmenschen starben. Im Laufe der Zeit erkannten die Menschen
bald, daß die Sterblichkeit unerbittlich für jeden gilt.
Dies erschien ihnen unvereinbar mit ihrem eigenen, starken
Willen nach Unsterblichkeit. So ergab sich ganz von selbst die
Frage nach dem Geheimnis des Todes. War der Tod wirklich das
Ende, oder war er nur eine Übergangsstufe zu einem Jenseits?
Hieraus ergaben sich die Fragen nach dem Sinn des Seins und dem
Ursprung der Schöpfung sowie der Einordnung des Menschen in
diese Schöpfung.
Grundsatzaussagen der Weltreligionen
In den verschiedenen Völkern bildeten sich unterschiedliche
Kulturen und Religionen. Erst spät entstanden die großen
Weltreligionen wie Mosaismus, Christentum und Islam. Sie alle
gehen davon aus, daß es einen allmächtigen Gott gibt, der die
Geschicke der Menschen leitet. Wer Gottes Geboten folgt, gilt
als gut und ihm wird als Belohnung das ewige Leben versprochen.
Wer sich dem Gott nicht unterwirft, gilt als böse und wird mit
ewiger Verdammnis bedroht.
Die Geschichte mit ihren blutigen Religionskriegen zeigt, wohin
der religiöse Totalitätsanspruch führen kann.
Warum aber hängen noch immer viele Menschen an diesen
Religionen?
Neben der Indoktrination im Kindesalter hält noch etwas anderes
die Menschen an ihrem Glauben.
In allen Religionen spiegelt sich nämlich das starke Sehnen der
Menschen nach echten Werten, dem Guten, Wahren, Schönen und vor
allem der Liebe wieder. Die Menschen ahnen, daß es etwas Höheres
im Leben gibt. Der Irrtum der Religionen beginnt jedoch dort, wo
dieses Göttliche in Raum und Zeit eingeordnet, und als
menschenähnliche Persönlichkeit gedacht wird.
Die Bedeutung religiöser Fragen für ein würdiges Leben sollte
aber trotz schwerwiegender Religions-Irrtümer nicht verkannt
werden.
Was bewirkt Religionsunterricht?
Durch Beschäftigung oder gar Belehrung im Kindesalter mit
religiösen Fragen wird die freie, religiöse Selbstbestimmung
stark gefährdet, denn Kinder sind noch nicht in der Lage, diese
Lehren sachlich zu prüfen.
Religionsunterricht wird also meist zur Einpflanzung eines
Glaubens führen. Ein so eingepflanzter Glaube kann auch später
nur schwer kritisch hinterfragt werden. Dies ist völlig
unabhängig vom Inhalt der Religion. Hier besteht also die
Gefahr, daß die Menschen in wesentlichen Fragen des Lebens
unselbständig werden. Noch mehr erschwert wird eine spätere
eigenständige Entscheidung, wenn die Religion den Anspruch
erhebt, der ausschließliche Heilsweg zu sein, und wenn behauptet
wird, daß die Abkehr vom Heil massive Strafen des Gottes nach
sich zieht.
Auch ein Glaube, der den Menschen als erlösungsbedürftig
ansieht, schwächt die Kraft zur eigenverantwortlichen
Lebensgestaltung. Bei angstbetonten Lehren wird zudem jedes
Gutsein immer dann entwertet, wenn damit die Hoffnung auf eine
spätere Belohnung verknüpft wird, z.B. die Hoffnung auf das
Paradies.
Mit Dogmen und Glaubenssätzen können die höheren Werte, das "Göttliche"
im Leben nicht erfaßt werden. Dies kann nur - wie z.B. auch ein
Kunstwerk - in völliger Eigenständigkeit erlebt werden.
Auch Kinder und Jugendliche können bisweilen schon ahnen, daß es
etwas Höheres im Leben gibt. Eine Vermittlung als Lernstoff kann
unabhängig vom Inhalt aber als Bedrängen empfunden werden und
zum Verschließen vor religiösen Fragen führen. Diese Haltung
wird auch von Erwachsenen oft beibehalten. Die Folge ist meist
ein oberflächliches Dahinleben, was eine Verarmung des eigenen
Lebens, aber auch des Gemeinschaftslebens nach sich zieht (z.B.
mangelndes Verantwortungsgefühl für andere.)
Deshalb lehnen wir Religionsunterricht für Kinder ab
Soweit die Untersuchung über die allgemeine Wirkung von
Religionsunterricht. Sie sind weitgehend unabhängig von der
eigenen weltanschaulichen Überzeugung.
Wenn wir abschließend kurz auf einige Unterschiede zwischen den
Weltreligionen und der Philosophie Mathilde Ludendorffs
eingehen, so möchten wir zuvor klar stellen, daß wir uns nicht
als Vertreter einer "Konkurrenzreligion", verstehen. Die
Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs ist keine "Glaubenslehre",
die darauf bedacht ist, daß sehr viele an sie glauben. Sie
bildet keine Gemeinden mit Hirten und Herden.
Was will die Gotterkenntnis Mathilde Ludendorffs?
Sie bietet dem Interessierten die Deutung letzter Lebensfragen
zur selbständigen Entscheidung an. Während die Weltreligionen
den Menschen auf ein Leben nach dem Tode vertrösten, zeigt die
Erkenntnisphilosophie Ludendorff, daß der Mensch den Sinn seines
Lebens nur im Hier und Jetzt erfüllen kann. Die Heilslehren
halten den Menschen für erlösungsbedürftig. Dagegen erweist die
Gotterkenntnis, daß jeder Mensch - auch unabhängig von der
Kenntnis der Philosophie Mathilde Ludendorffs - zur
Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung seiner guten Kräfte
fähig ist. Insofern kennt die Gotterkenntnis Ludendorff auch
keine Mission.
Schon im 3. Reich verlästert, wird Mathilde Ludendorffs
Philosophie heute als rassistisch und antisemitisch verleumdet.
Dabei hat gerade sie im Gegensatz z.B. zu Christentum und
Mosaismus erkannt, daß jedes Volk eine
unwiederbringliche, einzigartige Schöpfung ist. Das Volk gibt
dem Einzelnen sittlich-moralischen Halt und befähigt zur
Zurückstellung von Eigeninteressen zugunsten der Gemeinschaft.
Die lebendige Vielfalt und der Reichtum der Völker wird
besonders deutlich in der unterschiedlichen Weise, in der die
Völker Erlebniswerten in ihren Kulturen Ausdruck geben.
Wir wollen deshalb Interessierte auf die Gotterkenntnis
Ludendorff aufmerksam machen, denn wir sind überzeugt, daß die
Philosophie durch klare Erkenntnis über den Sinn der Schöpfung
dazu beitragen kann, daß Menschen und Völker zu einem
eigenbestimmten, würdigen und friedlicheren Miteinander finden.
Wer aber erfüllt ist von seinem Glauben, soll nicht davon
abgebracht werden. In diesem Sinne schrieb die Philosophin schon
in ihrem ersten Werk "Triumph des Unsterblichkeitwillens":
„Ich werde Euch zu heil’gen Höhen führen; doch schreitet
leise, daß ihr sie nicht stört, die in den alten Tempeln gläubig
knien, das Göttliche erlebend."
Die
Abhandlung ist weitgehend deckungsgleich mit einem
Flugblatt, das vor einigen Jahren anläßlich des Streites um die
Wiedereinführung des Religionsunterrichtes in den neuen
Bundesländern entstanden ist.
Bildquellenangabe:
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Education_de_la_Vierge3.JPG
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alberskirch_Kapelle_Kruzifix.jpg
( AndreasPraefcke)
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