Tannenbergbund
1925 erfolgte die Gründung des "Tannenbergbundes", dessen
Schirmherr Ludendorff wurde. Der Name erinnert an die Schlacht
von Tannenberg zu Beginn des 1. Weltkrieges. Damals war es Ludendorff
gelungen, die zahlenmäßig weit überlegenen russischen Truppen zu
schlagen und so den deutschen Osten vor der russischen Besetzung
zu bewahren. Der „Tannenbergbund" diente dem politischen Kampf
gegen jedes Weltmachtstreben (Imperialismus) und jedes
Zwangssystem, ob in kommunistischem, christlichem,
nationalsozialistischem oder sonstigem Gewand. Durch Vorträge,
Tagungen, Flugblätter, Kleinschriften und Bücher klärten die
Mitstreiter das Volk auf. Der Schwerpunkt des „Tannenbergbundes"
war also als "außerparlamentarische Opposition" der
politische Kampf.
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Deutschvolk
Im Laufe der Zeit erkannte Ludendorff jedoch immer mehr, daß die
wichtigste Grundlage seines Kampfes für die Freiheit des
Einzelnen und der Völker die Weltanschauung war. Die ersten
philosophischen Werke seiner Frau überzeugten immer mehr
Menschen. Gleichzeitig mußten sich die Anhänger der
Gotterkenntnis gegen die zunehmenden Angriffe der christlichen
Kirchen wehren (Verhetzungen, Begräbnisverweigerungen,
Gerichtsverfahren, Buch- und Zeitungsverbote).

Daher wurde im Jahr 1930 der Verein "Deutschvolk" als
Weltanschauungsgemeinschaft ohne politische Zielsetzung
gegründet. Er sollte als Schutzverband seinen Mitgliedern
Gleichberechtigung mit den religiös-weltanschaulichen Rechten
der Kirchenmitglieder gewähren und die Erziehung der Kinder im
Sinne der Gotterkenntnis sichern. Diese
Weltanschauungsgemeinschaft bestand im Gegensatz zum
„Tannenbergbund" nur aus Einzelmitgliedern ohne Gliederungen
(Ortsgruppen, Landesverbände). Der Verein „Deutschvolk" ist der
Vorläufer des heutigen Bundes für Gotterkenntnis.
Von 1930 bis 1936 erschien das zweite Dreiwerk der Philosophin:
"Der Seele Wirken und Gestalten".
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Verfolgung im Dritten
Reich
Erich und Mathilde Ludendorff werden seit 1945 als Wegbereiter
des Nationalsozialismus, als Rassisten und Antisemiten
verunglimpft. Diese Vorwürfe stellen die geschichtliche Wahrheit
auf den Kopf. Verschwiegen wird, daß sich der General bereits
1925 von Hitler abwendete und von da ab einen immer schärferen
Kampf gegen den Nationalsozialismus führte. In unzähligen
Schriften, die zum Teil in großer Auflage ins Volk gingen,
klärte er über das Treiben und die Ziele Hitlers auf. Ein Zitat
Erich Ludendorffs vom 3.7.1932 aus "Ludendorffs Volkswarte"
zeigt stellvertretend die Haltung der beiden Ludendorffs: Darin
warnt er vor Hitler, "der nicht im Stande sein wird, die von
ihm und dem Chef seines Stabes in die SA und die SS gelegte
Blutrünstigkeit zu bannen. Nach zehn bis zwölf Jahren wird das
deutsche Volk erkennen, daß die Revolution von 1932/33 ein
Volksbetrug war, wie die Revolution von 1918/19, nur noch ein
viel größerer."
Hitler antwortete nach der Machtergreifung im Jahre 1933 mit
einem Verbot des „Tannenbergbundes", der Zeitung "Ludendorffs
Volkswarte" und des Vereins „Deutschvolk". Anhänger der
Gotterkenntnis waren von Verhaftungen, KZ-Einweisungen und
Folterungen betroffen.
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Bund für
Gotterkenntnis Ludendorff
1937 kam es auf Wunsch der Wehrmacht, die sich einen mäßigenden
Einfluß von Ludendorff auf Hitlers Kriegsabsichten versprach, zu
einer Aussprache zwischen Ludendorff und Hitler. Der General
warnte Hitler wiederum davor, einen Krieg zu beginnen.
Ludendorff erreichte zwar die Wiederzulassung des Vereins
„Deutschvolk" unter dem Namen "Bund für Gotterkenntnis
Ludendorff e.V.", doch die tiefe Kluft zwischen Hitler und
Ludendorff wurde nicht überbrückt. Als Erich Ludendorff am
20.12.1937 starb, erzwang Hitler gegen dessen ausdrücklichen
Willen ein Staatsbegräbnis. Die weltweite Achtung und
Anerkennung General Ludendorffs wollte Hitler damit für seine
Ziele propagandistisch nutzen. Ludendorffs Witwe konnte aber
durchsetzen, daß der Sarg nicht mit der Hakenkreuzflagge,
sondern mit der alten Reichskriegsflagge bedeckt wurde.
Nach den Wirren des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit konnte
der Bund für Gotterkenntnis 1951 seine Tätigkeit wieder
aufnehmen. Es erschien das letzte Dreiwerk der Philosophin "Das
Jenseitsgut der Menschenseele". Seit 1962 liegt das
Gesamtwerk vor.
Am 12.5.1966 starb Mathilde Ludendorff im Alter von 89 Jahren.
Im Jahr 1961 wurde der Bund für Gotterkenntnis vom Bayerischen
Staatsministerium des Inneren verboten. Nach einem 15 Jahre
dauernden Rechtsstreit mußte das Verbot im Jahr 1976 wieder
aufgehoben werden.
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Der Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V. heute
Der Bund für Gotterkenntnis veranstaltet Vorträge und
Kulturtagungen, um interessierten Menschen die Gotterkenntnis
zugänglich zu machen und sie in ihrer Bedeutung darzustellen.
Dazu fördert er auch die Herausgabe und Übersetzung der
philosophischen Werke M. Ludendorffs. Aus der Erkenntnis
Mathilde Ludendorffs erwächst der Einsatz des Bundes für
Gotterkenntnis für Kulturerhaltung und Kulturförderung.
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